
Familien sind toll. Große Familien, kleine Familien, laute Familien, stille Familien, obwohl ich mich an dieser Stelle schon das erste mal fragen muss wo es die gibt und ob die noch einen Platz frei haben? Nein, ich gehöre selber durchaus zu der Kategorie der „Vielredner“, es sorgt oft für einen Lacher in meinem Umfeld, wenn ich erwähne, dass ich in meiner Familie manchmal nicht zu Wort komme.
Familien sind wichtig. Sie geben Zusammenhalt, sie beschenken einen mit vielen tollen Dingen, mit Liebe, mit Geborgenheit, mit Socken und tollen Ratschlägen, die man lieber nicht hören möchte. Im Prinzip liebt man seine Familie, aber trotzdem stellt „la familia“ einen ständig auf die Probe und man kann nicht mit Ihr (zumindest nicht zu oft und nicht zu lange) und nicht ohne sie.
Hackordnung
Eine Familie besteht aus verschiedenen Bausteinen. Da sind die Alten, die immer Recht haben, weil sie so weise und lebenserfahren sind und weil sie einfach Recht haben. Punkt. Natürlich darf man nicht sagen, dass sie die „Alten“ sind. Sie haben ihre Rituale und liebe, kleine Eigenheiten, die die anderen Familienmitglieder in den Wahnsinn treiben. Inklusive natürlich auch der gleichaltrigen „Alten“.
Dann gibt es da die „mittlere Generation“, die jungen Eltern, die schon gar nicht mehr so jung sind und sich auch schon als weise empfinden und deshalb auch immer Recht haben. Vor allem weil sie vor ihren Kindern immer Recht haben müssen um sich den letzten Rest Autorität zu bewahren.
Und, zu guter Letzt, die „New Generation“, die wirklich „Jungen“. Die haben natürlich auch immer Recht, weil Sie erst lernen müssen wo sie stehen. Trotzdem ziehen sie meist den Kürzeren, weil die „Alten“ mehr Übung im Recht haben haben. Einer muss leider zurückstecken und somit warten sie auf die Pubertät, denn dann ist ihnen sowieso alles Scheißegal.
Die Weglächler
In allen Baustein-Gruppen gibt es natürlich noch die „Resignierten“, die zwar wissen dass sie Recht haben, aber die den Teufel tun würden zu jeder Situation auf Ihrer Meinung zu beharren. Das ist zwar sehr schlau, bedarf aber jahrelangen Trainings und einer hohen Konzentration an Selbstbeherrschung. Oft sind auch andere Hilfsmittel mit im Spiel um eine solch mentale Ebene der Resignation zu erreichen. Sie gleiten ab in eine Hemisphäre des inneren Friedens und grinsen einfach vor sich hin.
Leider habe ich diese Hemisphäre noch nicht erreicht, trotz jahrelangen Yogatrainings, aber gewisse Familienmitglieder haben auch einen beneidenswerten Vorsprung. Ich werde weiterhin daran arbeiten und manchmal gelingt mir auch schon so ein gewisses „Schmunzeln“…