Diagnose: Milztumor…

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Der traurige Tag kurz nach dem 8. Geburtstag...

Am 29.11.21 hatten wir mit Gwendy einen Termin für einen ausführlichen Check-Up. Der Grund war eigentlich, dass sie seit einiger Zeit immer wieder Probleme mit Kristallen im Urin hat (Struvit) und der PH-Wert auch nicht in Ordnung war. Die Tierärztin wollte sich das lieber genauer anschauen und ich fand, dass ein komplettes Blutbild auch mal wieder fällig war. Daher stand an dem Morgen das komplette Programm, mit Ultraschall vom Bauchraum an. 

Im Zuge der Ultraschall-Untersuchung machte die Tierärztin, da dies auch üblich ist, sich auch ein Bild von den übrigen Organen im Bauchraum. Vor allem die Milz wird kritisch beäugt, da hier leider häufig Probleme auftreten, die dann sehr gefährlich sein können. Nun kam der große Schock: Die Tierärztin sah etwas in der Milz….Sie riet uns eine zweite Meinung einzuholen, bei einem Tierarzt in der Umgebung, der ein besseren Ultraschall-Gerät hat. Ich war schockiert und hatte direkt ein ganz ungutes Gefühl. Daher machte ich ordentlich Druck und hatte direkt am nächsten Tag einen Termin um das nochmal genauer zu checken. Der zweite Tierarzt bestätigte nun leider mein schlechtes Gefühl und sah definitiv Tumore in der Milz. Er empfahl, die Milz schnellstmöglich komplett zu entfernen. Auch diesmal machte ich wieder Druck und wir bekamen einen Termin am nächsten Tag, schneller hätten wir tatsächlich kaum sein können, wir hoffen nur, dass wir für die schnelle Reaktion auch belohnt werden…

Der Tag der OP

Am Mittwoch den 01.12. kam Gwendy Mittags unters Messer und die Milz wurde entnommen. Die gute Nachricht: Es konnten keine weiteren Veränderungen (sprich: Metastasen) gefunden werden, der Bauchraum sah gut aus. Außerdem hatte der Tumor noch nicht eingeblutet in die Milz, was ebenfalls einen Hoffungsschimmer verspricht. Gwendy durfte am gleichen Tag noch nach Hause, war natürlich sehr benommen von der Narkose, aber Fressen ging am Abend dann schon wieder ;-). 

Die Nacht war zwar sehr unruhig, da die Narkose-Nachwirkung dafür gesorgt hat, dass Gwendy ziemlich „gejammert“ hat. Das ist wohl normal, wusste ich leider vorher auch nicht, so dachte ich dass der Hund Schmerzen hat. Ich war froh, als die Nacht vorbei war, die ich auf der Couch neben ihr verbracht hatte…

Das Warten…

Die Tage nach der OP waren eigentlich ok, Gwendy ging es extrem schnell besser, sie wirkte schon nach 2 Tagen kaum eingeschränkt und wollte eigentlich viel mehr laufen, springen und tun als sie durfte. Das Verwöhnprogramm wurde gestartet und der Hund ordentlich „gepäppelt“, was ein Labrador natürlich gerne annimmt. Da füttert man 8 lange Jahre nichts vom Tisch und so ein aaaarmer kranker Hund nach einer OP bringt sämtliche guten Vorsätze ins Wanken ;-)….. Aber die Nerven lagen ja auch bei allen blank. Diese Warterei auf das Ergebnis aus der Pathologie war furchtbar. Immer in der Hoffnung, es könnte ja ein gutartiger Tumor sein, oder eine harmlose Form….wenigstens nicht das extrem gefürchtete Hämanglioarkom, über das ich dir schrecklichsten Dinge gelesen hatte….

Das Ergebnis

Als das Ergebnis am 8.12. kam, war ich sehr niedergeschmettert. Es war ein bösartiges Sarkom, noch genauer war es zuerst nicht definierbar. Schlimm genug, denn unter dem Strich sind diese Sarkome alle furchtbar und haben eine schlechte Prognose. Was jetzt? 🙁 

Tief durchgeatmet und an den PC gesetzt um zu recherchieren. Eine genauere Definition des Sarkoms wäre gut, also habe ich die Tierärztin gebeten, mir das zu besorgen. Am nächsten Tag bekam ich dann auch den Befund, wo auch die Telefonnummer des Labors draufstand. Ich ließ mir von der Dame nochmal genau erklären, was das bedeutet und wusste nun immerhin, es war KEIN Hämangliosarkom, sondern ein stromales Sarkom. Leider war dies wirklich nur unwesentlich besser. Dennoch, auch dies ein winzigkleiner Hoffnungsschimmer….

Wie geht es weiter?

Die Tierärztin empfahl uns eher keine Chemotherapie, dies deckte sich auch mit den Informationen, die ich so fand. Sie schlug mir eine Stärkung des Immunsystems vor, die wir mit homöopathischen Mitteln machen könnten. Grundsätzlich fand ich das erstmal gut, schaute aber trotzdem weiter. Im Internet fand ich sehr schnell heraus, dass es nicht allzuviel gibt, was man machen kann. Eine Therapie interessierte mich allerdings von Anfang an, die dendritische Zelltherapie, eine Immuntherapie gegen Krebs, die es auch in der Humanmedizin gibt. Das Gute daran, keine (oder kaum) Nebenwirkungen und das kann die Haustierärztin machen, der Hund muss nicht in eine Klinik. Der Nachteil: sehr teuer. Dennoch informierte ich mich hier und ließ mich auch beraten. In der Tierklinik Hofheim läuft aktuell sogar eine Studie zu dieser Therapie, leider kam Gwendy als Teilnehmer hierfür nicht in Frage. Da es bei einer Studie aber auch immer so ist, dass 50% der Teilnehmer nur ein Placebo bekommen, weiß ich auch nicht ob ich es gemacht hätte…..

Der Plan

Mein Mann und ich haben nicht sehr lange überlegt: Unsere Gwendy ist einfach zu jung um nichts zu machen! Daher entschlossen wir uns einen Tag später, die dendritische Zelltherapie zu machen. Jetzt musste nur noch die Tierärztin mit ins Boot geholt werden und alles in die Wege geleitet werden. Der schnellstmögliche Termin zum Start ist der 15.12. (Blutentnahme) mit der ersten Applikation am 24.12.. Ich hatte noch meine Zweifel ob die Tierärztin da mitmacht, aber Gottseidank ist sie wirklich sehr lieb, empathisch und engagiert, sie nahm uns am 24.12. als Termin mit in die Notfallsprechstunde auf. Der Plan steht! Auch wenn die Situation immer noch doof ist, mit so einer Diagnose, mit Plan fühlt es sich besser an. Wir versuchen das Positive zu sehen: Wir haben den Mist früh entdeckt, die Milz schnellstmöglich entfernt und wir haben die Möglichkeiten noch etwas zu tun. Wir sind einfach dankbar für diese Chance!

Meine Empfehlung an alle: Vorsorge für Eure Hunde!!

Aus nun leider eigener Erfahrung ist mir eines ganz wichtig: Sorgt dafür, dass Eure Hunde regelmäßig (so ab einem Alter von 7 Jahren) einen Ultraschall der inneren Organe bekommen. Hier kann man dann einen besonderen Fokus auf die Milz legen, das kann durchaus Leben retten! Zumindest, kann es verhindern, dass der Hund ganz plötzlich und unerwartet und viel zu früh von uns gehen muss. Mit entsprechender Behandlung hat man zumindest eine Chance…..

Wir werden weiter berichten

Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Aktuell geht es Gwendy sehr gut und wir freuen uns darüber. Wir haben unsere Chance ergriffen und hoffen, dass Richtige getan zu haben. Hunde leben im hier und jetzt, das ist beneidenswert! Sie wissen nicht, dass sie etwas haben, sie verlieren durch negative Gedanken an eine Krankheit nicht ihre Lebensfreude und ihren Humor – daran sollten wir Menschen uns so häufig wie möglich ein Beispiel nehmen. 

Dankbarkeit

In der letzten Zeit hat mir eine Sache sehr geholfen: Dankbarkeit! Es hilft unheimlich, wenn man dankbar ist, das macht das Leben, mit allen seinen Höhen und Tiefen, viel schöner. Wenn man sich täglich ein paar Dinge aufzählt, für die man dankbar ist, dann hat das einen ungemein positiven Effekt. Auch die Kleinigkeiten sind sehr wichtig! Ich bin dankbar, dass ich keinen Hunger leiden muss, dankbar, dass ich so eine tolle Familie habe, dankbar, dass ich einen Hund haben darf! Diese Listen kann man jeden Tag unendlich fortführen…

So lange es auch dauern mag, ich bin unendlich dankbar für jede Minute mit Gwendy. Und, falls sie einmal, in hoffentlich noch ferner Zukunft, von uns gehen muss, dann bin ich dennoch dankbar, für die Zeit die wir mit ihr hatten.

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