Dem Hund seine Couch.

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Einst gab es eine Zeit, da waren wir sehr konsequent. Der Hund kam ins Haus und, nein – natürlich durfte er weder auf die Couch, noch ins Bett, noch ins Schlafzimmer und überhaupt. So süß so ein Labrador- Welpe auch ist, wir schafften es, dass Gwendy im kompletten ersten Jahr nicht mit uns auf der Couch kuscheln durfte. Mit Aussagen wie „Der Hund übernimmt sonst das Regiment daheim“ oder „Mit einer erhöhten Sitzposition fühlt der Hund sich als Herr im Hause“ begannen wir unsere Hundeerziehung. Gefühlte Stunden verbrachte ich also mit dem Hund auf dem Boden, weil man da zusammen so schön kuscheln konnte und saß mir den Hintern platt.
Voller Überzeugung, dass der Hund es sich auch nicht wagen würde die heilige Couch zu betreten, gingen wir jeden Abend zu Bett und ließen den Hund alleine im Wohnzimmer…Ihr ahnt schon was, oder?

Die Wende

Es kam wie es kommen musste, an einem Abend vergaß mein Mann etwas im Wohnzimmer und musste nochmal nach unten gehen. Dort lag, gemütlich ausgestreckt auf der Couch, unser Hund! Also der, von dem wir dachten, dass er das nicht wagen würde. Natürlich war es die Aufgabe meines Mannes, den Hund sofort runter zu schmeißen, aber, was soll ich sagen…“der lag doch so bequem und sieht doch auch so süß aus! Du musst kommen und den Hund von der Couch werfen!“
So habe ich also die Buhfrau-Rolle übernommen und den „armen“ Hund von der Couch geschubst und mir das beleidigte Gesicht angesehen, also vom Hund, obwohl der mitleidige Blick des Mannes auch nicht ohne war.
Wenige Tage später, mit dem Wissen, was wahrscheinlich jede Nacht in unserem Wohnzimmer passiert, gab mein Mann dem Hund plötzlich ein Zeichen! Ein leichtes Klopfen auf die Couch, verbunden mit einem „Hopp“ und der Hund und auch ich guckten leicht verwirrt und blöd aus der Wäsche. Der Hund schaute in meine Richtung, bis ich ihr ebenfalls meine Erlaubnis gab, und sprang selig auf die Couch! Der Beginn einer ganz großen Liebe….

Fazit:

Die Weltherrschaft hat sie erstaunlicherweise trotzdem nie angestrebt, größenwahnsinnig ist sie auch nicht geworden. Bis heute „fragt“ sie, indem sie ihren Kopf auf die Couch legt, wenn jemand drauf sitzt ob sie „Hopp“ darf. In fremden Wohnzimmern darf sie auch nur mit Erlaubnis auf den Sitzmöbeln Platznehmen, das funktioniert wunderbar. Als Erziehungsmaßnahme für einen jungen Hund im ersten Jahr sehe ich das als sehr sinnvoll an und kann das jedem empfehlen. Gerade in den Pflegelmonaten sollte man dem Hund seinen Platz in der Familie klar machen. Wenn das einmal im Hundekopf drin ist, dann ist
ein guter Grundstein für ein tolles Zusammenleben gelegt. Natürlich kommt das auch sehr auf den Charakter des Hundes an. Es gibt sicherlich eine Menge Sturköpfe, die Ihre „Rolle“ in der Familie immer wieder austesten und hinterfragen. In diesem Falle muss man dann auch wieder härter durchgreifen und den Hund auch mal in sein Körbchen schicken. Ins Bett darf sie übrigens bis heute immer noch nicht…und das soll auch so bleiben ;).

Wie seht ihr das? Dürfen Eure Hunde Couchpotatoes sein?

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Angela Mama von SOP Maxi

    Ja seitdem wir sie ebenfalls erwischten aner auch von weisen Menschen „lernten“ dass die Hunde es für selbstverständlich betrachten, den Platz des Rudelführers einzunehmen und diesen zu bewachen wenn der Rudelführer nicht da ist. Wie handhabt ihr es mit Lilou?

    1. HeikeLueck

      Bei Lilou haben wir es nichtmals 3 Wochen durchgehalten – Und nach kurzer Zeit hat sie es auch schon alleine auf die Couch geschafft. Ich glaube auch dass bei ihr Känguru mit drin ist ;-).

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