Im Mai 2019 wollte mein Mann von mir wissen, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Da mir aber beim besten Willen nichts einfiel, dachte ich es wäre ja eine tolle Idee, mir einen kleinen Traum zu verwirklichen:
Der Teich sollte vergrößert werden!
Unser bestehender Teich war eher ein Teichlein, eine eingelassene Teichschale mit ca. 300 L Volumen. Sah nett aus und beherbergte tatsächlich auch mehr Tiere als man sich vorstellen konnte. Dennoch war ich mit der Gestaltung, vor allem der Randgestaltung, nicht glücklich.
Ein richtiger Folienteich sollte es sein! Einer, bei dem man den Rand mit schönen Steinen gestalten konnte und bei dem man eine richtige Bepflanzung machen kann. Und, besonders Wert legte ich auf eine kleine Flachwasserzone.
Der Wunsch sollte mir erfüllt werden und so legten wir pünktlich am Geburtstagswochenende los um die ersten Schritte zu unternehmen. Wir wollten nur schonmal anfangen……das ging gründlich in die Hose. Aus unserem „Anfangen“ wurde ein etwas planloser Aktionismus, der im Ausheben eines großen Loches sein Ende fand! Puhh, jetzt hatten wir keine Wahl, wir mussten schnellstmöglich weitermachen mit dem Teich, denn die rausgefangenen 2 Fische und Molche sollten nicht zu lange in der Plasikwanne schmachten müssen….
Vorbereitung & Materialien
Direkt am nächsten Tag, es war ein Montag, fuhren wir los um alles zu besorgen. Wir kauften eine Menge Sand, der die unebenen Stellen ausbessern sollte und zusätzlich auch als Polster unter der Folie dient. Damit versuchten wir den Teich so zu gestalten wie wir uns dachten, dass es gut sein könnte. Dann versuchten wir Teichfolie und ein Unterlegvlies zu besorgen. Tatsächlich erwies sich das als nicht so einfach wie gedacht, denn laut dem Herrn im Gartenfachmarkt „macht ja heutzutage keiner mehr Folienteiche“….was uns ziemlich eiskalt erwischte. Wir hatten also die Wahl zwischen genau, äh, einer Folie. Na gut, dann nehmen wir die halt, Geduld ist nicht gerade unsere größte Stärke ;-). Wenn wir etwas machen dann aber …sofort! Nicht immer genial der Plan, aber zumindest effektiv.
Chaos
Dann brach uns der Schweiß aus, als wir daheim feststellten, dass das Auslegen von Vlies & Teichfolie in ein Loch unfassbar kompliziert sein kann. Ehrlich, ich dachte wir schaffen das nie und war kurzfristig entsprechend verzweifelt. Doch, mit viel Frikkelei, Geduld und mit Hilfe der Sonne, die die Folie etwas geschmeidiger machte, schafften wir es irgendwie. Die Folie lag im Loch und das Wasser konnte fließen! Yeah!
Drapierung
Jetzt begann der für mich schönste Teil des Teichbaus! Steine hindrapieren und die Bepflanzung machen. Allerdings musste ich vorher erst noch Steine FINDEN… Hier rettete mich eine Idee, die im Prinzip 30 Jahre alt war. Damals, als ich im Garten meiner Mutter mit meinem Bruder zusammen schonmal einen Teich anlegte, holten wir uns viele tolle Steine aus der nahegelegenen Kiesgrube. Ich dachte mir, was damals funktionierte, könnte auch heute gut funktionieren und telefonierte mich durch, bis ich den Verantwortlichen der nächstgelegenen Kiesgrube an der Strippe hatte. Die Herren waren total nett, erlaubten mir nicht nur Steine in Hülle und Fülle zu holen, sondern halfen mir auch noch fleißig diese ins Auto zu laden – mega! 2 Autoladungen brauchte es, dann hatte ich genug Material und konnte loslegen.
Parallel kaufte ich auch schon die ersten Pflänzchen ein und schon wurde der kleine Teich immer grüner und schöner! Die Seerose aus dem Miniteich war ebenfalls schon eingesetzt und breitete sich aus.
Mitbewohner
Als wir unsere 2 Fischlein ( Bitterlinge) in den Teich ließen fanden wir, dass sie als Gruppe etwas mickrig aussahen. Kurzentschlossen fuhren wir abermals los um noch zwei weitere Artgenossen zu kaufen und die Gruppe etwas aufzumischen ;-). Ein paar Schnecken konnten wir ebenfalls noch erwerben, jeweils 5 Posthorn und 5 Sumpfdeckelschnecken um unseren Teich und uns zu erfreuen. Der Rest musste von alleine wiederkommen, die Molche waren uns zwischenzeitlich stiften gegangen…
Sie nannten ihn Karl
Nachdem nun die grobe Umrandung, die Erstbepflanzung und auch die Pumpe erledigt waren, konnten wir uns bereits an dem Ergebnis erfreuen. Zwar war die ganze Aktion sehr spontan und recht ungeplant, dennoch ist der kleine Teich sehr schön geworden und wir freuen uns ein Jahr später wie Bolle über das viele Leben im Garten! Phasenweise haben wir im Frühjahr bis zu 10 Molche gleichzeitig gesehen und auch die Vermehrung scheint zu klappen, wofür die vielen kleinen Molchlarven Zeugen sind :-).
Vor kurzem hatten wir sogar einen Neuzugang auf Besuch: Ein Frosch war plötzlich da – wir nannten ihn Jochen. Er wechselte immer zwischen unserem Teich und dem der Nachbarn, gönnte es uns aber immerhin ihn ein paarmal abzulichten und zu bewundern.